2010 South Norway Tour

Zahlen und Fakten

Tourstrecke: 3561km (ohne Fährfahrten)

Teilnehmer: Madlen Kühnel: S50- Maddi; Christian Becker: Highlighthunter; Martin Zelmer: Zarges- Zelle; Johannes Rüder: Outdoor- Hannes

nördlichster Punkt der Tour: 62,03°N (vgl. Potsdam: 52,23°N)

höchster Punkt der Tour: mit KFZ: 1100m; ohne KFZ: 2469m

Benzinverbrauch: ca. 12l je 100km, gesamte Tour: 427,32l (davon Mischöl: 9,61l)

Reisezeitraum: 18.07- 31.07.2010


Reisebericht

Hier der Link zur ehemaligen Planungs- und Vorbereitungsseite: LINK

Die Oldtimer- Urlaubs- Tour des Jahres führte uns vom 18.07.2010 bis zum 31.07.2010 wieder einmal in unseren geliebten hohen Norden. Diesmal mit 4 Leuten und nur einem Fahrzeug.

Die ganzen Vorbereitungen für die technischen Belange wurden aufgrund von weiteren Veranstaltungen direkt vor Norwegen schon Ende Juni/ Anfang Juli gemacht. Details kann man der „Vorbereitungsseite“ entnehmen. Um die „Hardware“ in Verpflegungsangelegenheiten kümmerte sich Maddi, indem sie unsere Oldtimerküche auf Vordermann brachte (Dosen für Tee, Kaffee, Mehl und eine Sortierung des Bestecks).

Um den letztlichen Einkauf, den man für raue norwegische Verhältnisse braucht, kümmerten sich Christian, Zelle und Maddi am 17.07 im mittelmärkischen Kaufland. Dieses Jahr sollte das neue „kistenorientierte Packsystem“ auf Praxistauglichkeit erprobt werden. Und es erwies sich später als sehr schnell, ordentlich und flexibel- also nie wieder einen „Roadtrip- Outdoor- Urlaub“ ohne ordentliche Expeditionskisten. Die scheinbar hohen Anschaffungskosten hat man recht schnell wieder raus. Es muss ja auch nicht gleich immer der Marktführer „Zarges“ sein ;-)! Nachdem das Hochzeitswochenende meiner Cousine Antje langsam dem Ende zuging, konnte der Barkas- Bus am Sonntagvormittag nun endlich das „Hochzeitsgewand“ ablegen und für Norwegen vorbereitet werden. Nun wurde gepackt, gestapelt, sortiert, umsortiert und umgepackt. Im Laufe des Tages kamen dann auch alle Gepäckstücke bei mir im Ebereschenweg an und konnten nach und nach alle verstaut werden. Danke nochmal an Maddi und an Zelle für die konstruktive Mithilfe beim Beladen.

Nun gut, das akademische Viertel wiedermal mehr als ausgereizt kamen wir um 17:30 bei Christian in Caputh an. Von hier an ging es nun richtig (endlich!) los- durch Potsdam durch und rauf auf die A10 und später A24. So führte uns unsere Anfahrt bis nach Hirtshals über die B 404, A21, B 205 und schließlich A7 und E45. In Hirtshals selbst kamen wir nach konstanter Fahrt und einem schönen abendlichen Sonnenuntergang um 04:00 in aller Frühe an. Da bis zum Check- In zur Color Line noch ein wenig Zeit war, vertrieben wir sie uns beim „Bunkermuseet“ mit einem fantastischen Sonnenaufgang.


Die Fährüberfahrt nach Kristiansand verlief wundervoll und wir befuhren um 10:45 das erste Mal seit 365 Tagen norwegischen Boden. Endlich sind wir wieder in unserer geliebten Umgebung, in einem so wunderschönen schroffen und nördlichen Land.

Der somit angebrochene erste Tag unserer Tour fand seinen weiteren Verlauf im sog. „Ankommen“ und noch einem ganzen Stück Fahrerei immer der „9“ entlang bis nach Nomeland. Dabei sollte ein Zwischenstopp im wunderschönen Evje nicht fehlen. Und wir sahen sogar die Rafting- Leute in den kalten Fluten.

In Nomeland ging es dann  westlich weg von der gut ausgebauten Straße und wir schlugen Kurs zum „Kjerag“ kurz vor der Ortschaft Lysebotn. Da diese Straße aber einiges an Kurven und Steigungen beinhaltete und somit einiges an Zeit abforderte, schlugen wir unser Camp ca. 20km vor Lysebotn an einem kleinen Fluss auf. Ein sehr schöner Platz, leider mit etwas zu vielen sog. „Gnitzen“ (kleine, beißende Fliegen). Es hat aber auch allen gereicht nach der langen Anfahrt nach und in Norwegen.

Das Frühstück am Dienstagmorgen verlief leider etwas verregnet- aber trotzdem waren wir nun endlich mit allen Sinnen in Norwegen angekommen. Alles verladen, Standheizung an und ab Richtung Lysebotn. Kurz vor dieser kleinen Ortschaft liegt der Gasthof „Oygardstolen“, von dem aus die Wanderung startet. Als gut trainierte Flachländer hatten wir aber unser Schaffen mit der Wanderung. Diese ist sehr steil, teilweise mit Ketten gesichert und führt über windiges Hochplateau. Aber diese Aussicht und diese Schönheit- es war eine der schönsten Wanderungen unserer Tour. Der Kjerag oder auch „Kjeragbolten“ ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel in Norwegen- ein ca. 5m³ großer in einer Felsspalte über dem Lysefjord eingeklemmter Stein. Das tolle daran ist: unter dem Stein geht es über 1000m direkt in den Abgrund. Ein wirklich lohnendes und sportlich interessantes Ziel.

Wieder zurück am Auto suchten wir auf dem Rückweg nach einem Übernachtungsplatz. Diese Suche gestaltete sich aber relativ abenteuerlich. Wir hatten unsere Probleme von einem wunderschönen Platz am Wasser wieder zurück zur Straße zu kommen. Zunächst festgefahren und beim Zurücksetzen und „Schwungholen“ hatte ich meinen Bus etwas zu weit abseits des aufgeschütteten Anstiegs gelenkt. Und nun stand das gute Stück mit einer Seite im weichen Schotter versackt etwas abenteuerlich schief und hätte fast umkippen können. Nun einen kühlen Kopf bewahren und die Situation bloß glimpflich ausgehen lassen- und das war gar nicht so einfach und dauerte letztlich über 2 Stunden. Wir entschieden uns, die nicht eingesackte Seite des Autos der Schieflage wegen ebenfalls einzugraben.

Mit viel Schweiß und noch mehr Herzklopfen meisterten wir Barkasionisten aber auch dieses- zugegeben aufregendes- Abenteuer. Und seit dem Festfahren in diesem groben Schotter hat der vordere linke Antrieb beim übertragen hoher Drehmomente (z.B. Anfahren am Berg) eine eigene Geräuschkulisse entwickelt. Vielleicht die Passfeder vom Achsschenkel abgeschert?! Ich werde dies in der nächsten Zeit in Erfahrung bringen- jedenfalls verlief in Norwegen mit dem etwas angeschlagenen Antrieb doch noch alles bestens.

Nach kurzer Nacht und halbverregnetem Frühstück ging es zur „45“ in Richtung Fähre „Lauvvik- Forsand“ und dann zum Preikestolen. Hier waren wir leider etwas enttäuscht- beide Parkplätze zu diesem Naturhighlight waren gnadenlos überfüllt und der Wanderweg zum „Predigerstuhl“ glich eher einer Touristenautobahn. Allerdings war dieser Umstand bestimmt dem super Wetter geschuldet. Dabei ist aber trotzdem sehr interessant, wie einige Leute ihre Bergwanderungen vollziehen- mit einem leichten Top bekleidet, kurzen Hosen und Flip- Flops. Kein Wetterschutz, kein Schutz gegen umgeknickte Gelenke oder rutschige Felsformationen. Na ja, etwas leichtsinnig für unsere Erfahrungen mit norwegischen Bergen und Fjellen.


Nach einem trotzdem super Ausblick auf den Lysefjord nahmen wir nun Abschied und wieder die selbe Fähre für den Rückweg.

Da am kommenden Donnerstag ein Ausflug nach Stavanger geplant war, versuchten wir auch ein Plätzen in der Nähe dieser kleinen Stadt zu finden. Ein Stück westlich von Sandnes an der „510“ ließen wir uns für diese Nacht an einem wunderschönen, in den Dünen versteckten Campingplatz nieder. Bis zum Meer war es nur ein paar Minuten durch die Dünen- sogar mit Sandstrand und einem Blick auf einen Leuchtturm.

Mit Duschen und Gesprächen über das bisher erlebte und das noch zu erlebende ging der Abend bei einem Abalour und einer „Minor“ oder „Junior“ zu Ende.

Über die E39 ging es nun am Donnertag zum ersten „Städtetag“ nach Stavanger. Wir zeigten uns sehr beeindruckt von dieser sehr angenehmen, offenen und schönen mittel- nördlichen Stadt. Vorallem die kleinen Gassen und Holzhäuschen sind einfach zum verlieben. Mit ein paar Souveniren, Bildern von der „MS Orchestra“ und einen neuen Wasserkanister ging der erste Kulturtag zu Ende.


Mit den Eindrücken von Stavanger im Kopf folgten wir noch der E39 und nahmen die Fähre „Mortavika- Arsvagen“ und suchten uns ein ganzes Stück weiter nördlich auf der westlich verlaufenden Nebenstraße 545 kurz vor Fitjar einen wunderschönen Übernachtungsplatz. Mit eigenem Wassergeläuf, See und einem sehr schönen Abend saßen wir bis in die späte Nacht.


Der nun folgende 23.07, ein Freitag, war nun vollkommen der Stadt Bergen gewidmet. Laut unserem Reiseführer ist dies eine der regenreichsten Städte Europas. Die Stadtverwaltung von Bergen stellte wohl einst sogar Automaten auf, aus denen man (wie anderen Orts Kaugummis) Regenschirme „ziehen“ konnte. Aber- wenn die Engel reisen- wir hatten nur wunderbares Wetter und nicht eine Wolke. Damit fiel einer der nur 90 Sonnentage (bzw. Tage, an denen es nicht regnet) auf unseren Bergen- Freitag. Es ist eine wirklich beeindruckende Stadt, die viel nordisches Flair bietet. Leider wissen das auch sehr viele andere Leute- so kam es, das wir fast keinen Parkplatz finden konnten und die Autos vor den Parkhäusern schon auf freie Plätze warten mussten. Sehr interessant war ein vollgepacktes Antiquariat, die Souvenir- Läden im/ am Hanse- Handelszentrum und der Fischmarkt. Leider ist das Schrimpsbrötchen mit fast 8 Euro etwas teuer, aber es lohnt sich trotzdem. Nach einem ganzen Tag mit viel Sonne und nur noch wenig Geld in der Reisekasse ging der zweite Kulturtag dem Ende zu.

Nun auf der E39 aus Bergen nördlich hinaus zeigten wir uns schon etwas ermüdet von den vielen Eindrücken Bergens und suchten uns auf einem sehr schönen Rastplatz ein ganzes Stück vor Marte neben dem Berg Sordalsnut unser Nachtquartier.

Hier hatten wir endlich bei warmem Grießbrei die Möglichkeit, einen Großteil unserer Urlaubskarten zu schreiben (die überraschender Weise nur 3 Tage bis nach Deutschland brauchten…). Es war auch eine recht kühle Nacht.


Unser nächstes Reiseziel bildete der Jostedalsbreen- Nasjonalpark und zwar wollten wir nach Briksdal an den Briksdalsbreen. Dieser Gletscher ist mehr oder weniger ein Teil des Jostedalsbreens und zählt somit zum größten Festlandgletscher Europas.

Also die E39 weiter bis zur „60“ und dann in Olden mitten hinein in den Nationalpark. Die Straße war sehr abenteuerlich eng und führte immer entlang des traumhaft schönen und gletschermilchfarbenen Sees Oldevatnet.

Und am Ende dieser Straße war unser Campingplatz fast direkt in Briksdal. Dieser Platz ist wirklich einer der schönsten und urigsten Plätze im schönen Norwegen- Sauna inklusive (leider strikte Geschlechtertrennung). Von unserem Platz aus konnten wir zwischen den Bergen den Gletscher betrachten und direkt neben uns donnerte einer der Gletscherabflüsse vorbei. Und so lieben wir Norwegen ;-)!

Den Abend verbrachten wir mit Sauna und vielen Fotos. Dabei blieb die Nacht wärmer als wir es eigentlich erwartet hätten.

Am Sonntag nun wollten wir zur Gletscherzunge hochwandern. Leider ist dieser Wanderweg auch wieder eine Touristenattraktion gewesen. So wurden die Reisebusse am Parkplatz geparkt und alle Leute in sogenannte „Trollautos“ gesetzt und mit Wärmedecke bis an den Gletscher heran gefahren. Schrecklich. Wenn man einen Gletscher sehen möchte, dann kann man ihn doch ehrlich erwandern, oder?! Somit waren wir neben einigen anderen die einzigsten Wanderer. Aus diesem Grunde entschieden wir uns oben am direkten Gletscherabfluss auch für eine etwas individuellere Tour durch die Wildnis Norwegens, um den Touristen etwas zu entkommen.


So verbrachten wir dann einen schönen entspannten Wandertag und blieben diesen Abend aber auch auf dem Campingplatz.

Am Montag folgten wir nun der „15“ bis nach Lom und dann der „55“ bis in den Jotunheimen, wo wir hinauf zum Spiterstulen eine sehr aufregende Anfahrt hatten. Auf der „55“ erreichten wir auch den nördlichsten Punkt unserer Tour. Im Reich der Riesen angekommen war es nun 16:00 Uhr durch. Der Aufstieg zum zeitweise höchsten Berg Norwegens, den Galdhopiggen mit 2469m, wollten wir am morgigen Dienstag angehen. Aber fasziniert von dem Basislager- Flair das mit dem Mount- Everest zu vergleichen war, wollten Christian und ich es mit einem ersten Versuch schon am Abend noch wissen. Schnell drei Riegel und ein bisschen Wasser eingepackt folgten wir dem Wanderweg, der laut Reiseführer als machbar und zeitlich mit drei Stunden angegeben war. Aber war das Ding steil. So ein steiler und schottriger Anstieg, das war doch anstrengender und langwieriger als es uns der Reiseführer zunächst versprochen hatte. Nach ungefähr einer ersten Wanderstunde stetem Bergauflaufs fragten absteigende Gleichgesinnte, wo es denn noch hingehen sollte. Es sei von hier aus noch über 3 ½ Stunden schweres Gelände bis zum Gipfel. Okay, dann kehrten wir eben um und starten am Morgen einen Versuch mit den anderen.

Morgens um 08:00 Uhr starteten wir nun zu unserem „Gipfeltag“ und verließen unser „Basislager“. Diese Wanderung hatte es wirklich in sich, weil es entweder über unendlich steile Geröll- und Schotterfelder ging oder auch der ein oder andere Teil eines Gletschers gequert werden musste. Mit dem (scheinbaren) Gipfel im Blick freuten wir uns schon, die angegebene Wanderzeit zu unterschreiten und sozusagen schnell auf dem Gipfel zu sein. Aber wie dem auch sei, als wir auf dem „Gipfel“ ankamen eröffnete sich der Blick zu einem weiteren sehr steilen Wandergrat hinauf zum „richtigen“ Gipfel. Na toll- viel zu früh gefreut. Und das letzte Ende war nochmal wirklich Norwegen „live“ gewesen. Sehr anstrengend, steil, Schnee und eine Aussicht zu der es keine Vergleiche gibt.

Nach der letzten Tortur kamen wir dann doch endlich oben an. Und es war wunderschön, dieser Blick bei dem wunderbaren Bergwetter war einfach unglaublich. Man konnte den ganzen Jotunheimen überblicken.

Das unglaublichste war aber, dass es eine sprichwörtliche Würstchenbude versteckt auf dem Gipfel gab. Der Arme Wirt, der jeden Tag diesen Weg hinauf laufen muss… oder kommt er und sein Gepäck doch eher über Luftfracht?! Das bekamen wir jedenfalls nicht mehr raus.


Nach einem sehr langwierigen und schmerzhaften Abstieg waren alle Gipfelstürmer für die folgende Stunde erstmal K.O. geschlagen. Laufen ging einfach nicht mehr. Um eine nochmalige Zahlung der Campingplatz- Gebühr zu umgehen, reisten wir diesen Abend auch wieder vom wunderschönen Spiterstulen ab. Dieser Ort beinhaltet wirklich eine schroffe und rauhe Schönheit, wie sie selbst für Norwegen nicht zu häufig ist.

Nun die „55“ südwärts mit Kurs auf die Hardangervidda schafften wir abends noch die Fähre „Hella- Vangsnes“ und campierten an diesem Abend irgendwo an der „13“ an einem netten Plätzchen mit Flüsschen und Mücken.

Am Mittwoch wollten wir nun die Strecke bis zur Hardangervidda schaffen um noch einen (fast) kompletten Donnerstag vor der Rückfahrt am Freitag in Norwegen zu verleben.

Das Camp abgebaut und alles verstaut ging es zunächst recht gemütlich weiter auf das Fjell hinauf, wo wir noch etwas angelten und ein paar Gletscherfotos schossen.

Doch dann folgte eine 10km lange 10%- Abfahrt an der sich eine 2,5km lange 8%- Abfahrt anschloss. Und das mit unserer Zuladung und Trommelbremsen. Die erste „Abkühlpause“ verlief recht problemlos. Doch die Abfahrt wurde immer schlimmer und die Serpentinen immer enger. So kam es, dass uns kurz vor Ende dieser Fjell- Abfahrt ein Radbremszylinder kaputt ging. Ich dachte zunächst, dass die Bremsflüssigkeit zu warm geworden wäre und somit Luft in der Hydraulik sei- bei genauerem Hinsehen aber zeigte sich dann Bremsflüssigkeitsverlust. Na ja- also gab es eine 2- stündige Zwangspause mit „Live-Reparatur“ in einer der Serpentinenkurven. Gott sei Dank haben wir immer alle Teile dabei und können uns mit Hammer, Zange und Bindedraht (wie war doch gleich das Sprichwort ;)??) auch noch selbst helfen. Denn es ist fraglich, ob der norwegische ADAC gerade zufällig eine Manschette für einen Barkas- RBZ hat… und ohne eine ordentliche Bremse hat man in Norwegen wirklich verloren und kann die Kiste stehen lassen.

Aber es hat ja alles geklappt. Jedenfalls kamen wir durch unsere kleine Aktion erst sehr spät in der Hardangervidda an. Aus diesem Grund fuhren wir auch nochmals nach Reinsnos, wo Maddi und ich ein Jahr zuvor schonmal campierten und die Gegenbenheiten somit kannten.

Der Donnerstag war jedem selbst überlassen und jeder konnte tun oder lassen was er wollte. Christian ruhte sich nach einer kleinen Wanderung aus, Zelle unternahm eine große Wanderung auf eigene Faust und Maddi war mit mir in einem der schönen Bergseen auf Forellen- Angeltour. Am späten Nachmittag schauten wir alle gemeinsam neben dem Abendessen schonmal die ersten Bilder.

Um mit der Fährabfahrzeit am morgigen Freitag nicht ins Gerangel zu kommen, entschieden wir uns am selben Abend noch ein ganzes Ende weiter Richtung Kristiansand zu fahren. So führte uns der Weg über die „13“, „E 133“ und letztlich der „9“ leider schon wieder südwärts. Morgens um 03:30 kamen wir auf unserem Lieblings- Kurzübernachtungsplatz 20km vor Kristiansand an. Von hier aus war es nun nur noch ein kleines Stück bis zum Fährhafen. Im stärksten Regen bauten wir uns alle noch irgendwie ein Nachtlager auf, um wenigstens ein bisschen zu schlafen, auch wenn es schon fast wieder hell wurde.

Nun schrieben wir schon den 30.07.2010, unseren Abreisetag aus dem schönsten Land der Welt. Etwas traurig frühstückten wir noch in aller Ruhe und Gemütlichkeit in der norwegischen Morgensonne. Auch das Wasser im See nebenan war herrlich schön zum Baden.

Im Anschluss bereiteten wir alles für unser Abschlussfoto vor, was bestimmt eine Belustigung für alle Zuschauer war. Alles Gepäck und Zubehör stellen wir vor das Auto und positionierten es für ein lustiges und schönes Bild.

Nun aber alles einladen und noch drei Stunden in  Kristiansand verbringen, bevor es dann endgültig heimwärts geht. Aber wir waren die Ruhe und die Gelassenheit des Nordens nun so gewöhnt gewesen, dass uns die vielen Menschen und die neumodische Stadt Kristiansand nicht so sehr faszinierten. Kennt man ein Bergen oder ein Stavanger, dann versteht man das sicherlich ;-)! Neben einem kleinen Eis, der Entwicklung des einen Abschlussfotos (das eigentlich dreimal und nicht nur einmal entwickelt werden sollte… und zudem mit 4,66€ für ein Bild sehr teuer) und einer Pause am Südzipfel der Stadt warteten wir noch auf die Fähre.

Pünktlich um 16:30 legten wir dann auch mit einer Träne im Auge aus Kristiansand ab.

Die Fährfahrt war etwas windig und die Einfahrt in den Hafen von Hirtshals sehr schaukelig.

Nun noch die knapp über 800km ewig lange Rückreise. Aber mit regelmäßigem Fahrerwechsel nutzen wir die Dämmerung und die Nacht um die recht leeren Straßen zu fahren (top Maddi, dass Du ganz Dänemark allein gefahren bist!).


Letztendlich kann man sagen, dass wir in unseren „richtigen“ 10 Tagen in Norwegen wirklich sehr viel gesehen und erlebt haben- wir haben also fjell gesehen ;-)! Unsere Fahrstrecke lag laut km- Zähler bei 3561 Urlaubs- Oldtimerkilometern. Wirkliche Regentage hatten wir eigentlich auch nur zwei. Also haben wir (vorallem in Bergen und am Galdhoppiggen) wirklich viel Glück mit dem Wetter gehabt. Und für die wirklich wiedermal traumhaft schöne Zeit im hohen Norden, liebes Norwegen, danken wir Dir.

Und da eine solche Individualtour ja immer nur mit den Menschen steht und fällt, die den Mut haben so etwas zu unternehmen, zu organisieren und letztendlich auch durchzuziehen, soll auch ein Wort des Dankes bei unserer Reise nicht fehlen:


Ganz besonderer Dank gilt:

Meinem Papa Horst: Für den „24- Stunden-Pannenservice“ im eventuellen Schadensfall aus Deutschland und der Leihgabe einiger Expeditions- Ausrüstung (Kisten, Stromaggregat, Tisch)

Maddi: Für aufopferungsvolle Vorbereitung der Oldtimerküche, dem Einkauf, der Mithilfe bei der Barkasvorbereitung und der Highlight- Planung

Highlighthunter Christian: Für den Einkauf und der guten Vorbereitung der Highlights für Norwegen nebst Routenplanung und ständigem Reiselektüre- Querlesen

Zarges- Zelle: Für den Einkauf

Outdoor- Hannes: Für die aufopferungsvolle Technikvorbereitung, Fährbuchung, Fahrerei in Norwegen, Fahrzeugbereitstellung (nebst Zubehör)

Meinem Barkas- Bus: Für die Zuverlässigkeit, Ausdauer, das Platzangebot, der Standheizung und natürlich dem Charme des Oldtimers der uns viel Spaß und Aufmerksamkeit eingebracht hat 😉

© Johannes Rüder